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Breites usbekisches Angebot zur Zusammenarbeit

Am 20. Januar fand in der Usbekischen Botschaft in Berlin eine Vortragsveranstaltung zum Thema: „Stand und Entwicklung der Landwirtschaft und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte in Usbekistan“ statt. Diese Veranstaltung wurde von der Botschaft Usbekistans und dem Ost- und Mitteleuropa Verein e.V. (OMV) organisiert. Ziel dieser Veranstaltung war es, bei deutschen Unternehmen ein Interesse an einem Engagement in bzw. mit Usbekistan zu wecken. Der Zeitpunkt, gerade während der 75. Internationalen Grünen Woche, war gut gewählt, waren doch ohnehin zahlreiche usbekische Spezialisten bereits vor Ort.

Gute Teilnehmerresonanz
Der Einladung in die Botschaft folgten rund 50 Vertreter deutscher Wirtschafts- und Beratungsunternehmen, der Bundes- und Länderministerien sowie des Handels und der Presse. Von usbekischer Seite nahmen neben den Botschaftsmitarbeitern zahlreiche Vertreter unterschiedlicher Ministerien, Institutionen, sowie von Industrie-, Landwirtschafts- und Handelsunternehmen teil.

Großes Interesse am Ausbau der usbekisch-deutschen Beziehungen
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Herrn U.Völker, Leiter des Arbeitskreises Zentralasien im OMV. Er wies darauf hin, dass das gegenwärtige Niveau des Handelsaustausches zwischen Usbekistan und Deutschland bei weitem nicht den Möglichkeiten entspricht. Hier gibt es zahlreiche Ansatzpunkte für eine Intensivierung.
In der Begrüßung durch den Gastgeber, den Geschäftsträger a.i. der Botschaft Herrn A.Abduganiev, ging dieser auf die aktuelle wirtschaftliche Lage im Lande ein. Er informierte darüber, dass es keinen derartigen Einbruch in der usbekischen Wirtschaft in den Jahren 2008 und vor allem 2009 gab, wie er für zahlreiche Länder in der GUS und auch sonst in der Welt typisch war.
Ausgehend vom Thema der Veranstaltung unterstrich er die Aufgaben und die Stellung der usbekischen Landwirtschaft, stellte die guten klimatischen und pflanzenbaulichen Bedingungen heraus und lud potenzielle Investoren ein, vor allem an der Entwicklung der dortigen Lebensmittelindustrie teilzunehmen.
Wie ein roter Faden zog es sich durch viele Beiträge usbekischer Referenten, dass das freie Unternehmertum gesetzlich geschützt ist, die Gewinne der ausländischen Unternehmen problemlos transferiert werden können, dass es eine Vielzahl von Steuervergünstigungen für ausländische Investoren gibt und die ausländischen Investoren auch an den usbekischen Entwicklungsprogrammen vor allem für die Land- und Ernährungswirtschaft teilnehmen können. Für usbekisch-deutsche Joint Ventures sehen die Möglichkeiten günstiger aus.

Prioritäre Investitionsbereiche
Zu den wichtigsten Bereichen, wo man in Usbekistan ausländische Unterstützung sucht, gehören solche Zweige wie:
 die elektrotechnische Industrie,
 die pharmazeutische Industrie,
 die Leder- und Schuhindustrie
 die Baustoffindustrie aber auch
 die Obst- und Gemüseverarbeitung.
Gerade bei letzterer liegt die Bedeutung darin, dass hier große Potenziale für die Versorgung der einheimischen Bevölkerung im ganzen Jahr durch längere Nutzung von verarbeitetem, konserviertem Obst und Gemüse auch über die Erntezeiträume hinaus, ebenso wie große Exportpotenziale bei verarbeiteten Nüssen, Tomatenpaste, Trockenfrüchte wie Rosinen aber auch bei Frischeprodukten wie Melonen und Kürbisse vorhanden sind.
Der Obst- und Gemüsebereich hat heute bereits einen sehr hohen Stellenwert in der usbekischen Landwirtschaft. So wird anstelle der einstmals wichtigsten landwirtschaftliche Kultur, der Baumwolle, infolge von deren Anbaubeschränkungen die Erzeugung von Obst und Gemüse erweitert. Bereits im vergangenen Jahr war eine Firma auf der Fachmesse für Obst und Gemüse, der Fruit Logistica in Berlin. In diesem Jahr waren ähnliche Unternehmen und Vertreter auf der IGW: Nach ihren Aussagen konnten sie dort bereits Absichtserklärungen zu zukünftigen Geschäftskontakten protokollieren.
Auch im Weinsektor gibt es eine große Bewegung. Hier liegt aber der Focus im Absatz zur Zeit noch auf den Ländern der GUS.
Parallel zu den usbekischen Unternehmen und Institutionen traten auch deutsche mit ihren Angeboten zur Zusammenarbeit oder zum Export auf. Genannt seien hier der Landmaschinenhersteller Claas und das Märkische Institut für Technologie und Innovationsförderung.

Bei einem Essen, wo unter anderem auch usbekische Produkte wie Plow, Mandeln, Pistazien oder getrocknete Aprikosen gereicht wurden, konnten die Kontakte weiter vertieft werden.

Dr. Andreas Schwierz
Berlin

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